Pharma-Glossar
Willkommen im großen Pharma-Glossar von Pharmalotse.
Hier finden Sie alle wichtigen Begriffe aus der Pharmaindustrie, dem Außendienst und dem Gesundheitswesen einfach erklärt – von AMG bis Zulassung.
A
AMG (Arzneimittelgesetz)
Das Arzneimittelgesetz (AMG) ist das zentrale Regelwerk für den Verkehr mit Arzneimitteln in Deutschland. Es dient der Sicherheit von Mensch und Tier und regelt die Zulassung, Herstellung und Abgabe von Medikamenten. Für den Pharma-Außendienst bildet es die rechtliche Grundlage für die Information und Beratung von Fachkreisen. Mehr zum Arzneimittelgesetz und warum es für Pharmareferenten wichtig ist.
AMNOG (Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz)
Das AMNOG regelt die frühe Nutzenbewertung von neuen Arzneimitteln in Deutschland. Es ist entscheidend für die Preisbildung (Erstattungsbetrag) zwischen Pharmaunternehmen und den Krankenkassen. Begriffe wie „Zusatznutzen“ spielen hier eine zentrale Rolle.
API (Active Pharmaceutical Ingredient)
Als API wird der aktive Wirkstoff eines Arzneimittels bezeichnet. Dies ist die Komponente, die für die therapeutische Wirkung im Körper verantwortlich ist. Die Qualität und Herkunft der APIs sind strengen GMP-Richtlinien unterworfen.
B
Besuchsfrequenz
Die Besuchsfrequenz definiert die Anzahl der persönlichen Kontakte, die ein Pharmareferent innerhalb eines Zeitraums mit einem Arzt oder Apotheker realisiert. Sie ist ein Kernbestandteil des Territory Managements und dient der Steigerung der Markentreue. Mehr zur Besuchsfrquenz im Überblicksartikel für Pharmareferenten.
Besuchsfrequenz Apotheken-Außendienst
Die Besuchsfrequenz definiert im Apothekenaußendienst die Häufigkeit, mit der ein Außendienstmitarbeiter eine einzelne Apotheke innerhalb eines festgelegten Zeitraums (meist pro Quartal oder Jahr) besucht. Häufig liegt die tägliche Besuchsfrequenz zwischen 5 bis 9 Besuchen pro Tag. Weniger Besuche am Tag ergeben eine Chance auf eine höhere Qualität der Besuche.
BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)
Das BfArM ist die deutsche Zulassungsbehörde. Sie prüft Arzneimittel auf Wirksamkeit, Unbedenklichkeit und Qualität. Für Mitarbeiter im Pharma-Vertrieb ist das BfArM eine wichtige Informationsquelle für aktuelle Zulassungsentscheidungen.
Blockbuster-Medikament
Ein Medikament wird als Blockbuster bezeichnet, wenn es einen weltweiten Jahresumsatz von über einer Milliarde US-Dollar erzielt. Diese Präparate stehen oft im Fokus der strategischen Außendienstplanung.
C
Compliance (Pharmaindustrie)
Compliance umfasst die Einhaltung aller gesetzlichen Bestimmungen und freiwilligen Kodizes (z. B. FSA-Kodex). Im Außendienst ist Compliance besonders wichtig bei der Zusammenarbeit mit Fachkreisen, um den Vorwurf der Korruption oder unlauteren Beeinflussung zu vermeiden.
CRM (Customer Relationship Management)
Ein CRM-System im Pharma-Bereich dient der digitalen Dokumentation von Arztkontakten, Besuchsberichten und der Planung von Aktivitäten. Es ist das wichtigste Werkzeug für die Steuerung des Außendienstes. Weitere Infos zu diesem Thema auch im Artikel "KI und Pharmaaußendienst."
D
Dienstwagen-Privileg
Für viele Pharmareferenten ist der Dienstwagen ein fester Bestandteil des Arbeitsvertrags. Die steuerliche Behandlung (z. B. 1%-Regelung) und die private Nutzung sind wichtige Faktoren bei der Jobwahl im Pharma-Vertrieb. Wie ESG-Kriterien und Dienstwagen zusammenpassen, erfahren Sie im weitergehenden Artikel zu ESG-Kriterien.
DMP (Disease-Management-Programm)
Ein DMP ist ein strukturiertes Behandlungsprogramm für chronisch kranke Patienten (z. B. Diabetes, Asthma). Pharmaberater informieren Ärzte häufig darüber, wie ihre Produkte in diese Behandlungspfade passen.
E
E-Detailing
E-Detailing bezeichnet die digitale Vermittlung von Produktinformationen an Ärzte, etwa über iPads während des Gesprächs oder über Remote-Video-Calls. Es ist ein zentraler Bestandteil des modernen Multi-Channel-Marketings.
EMA (European Medicines Agency)
Die EMA ist die europäische Zulassungsbehörde mit Sitz in Amsterdam. Sie koordiniert die wissenschaftliche Bewertung von Human- und Tierarzneimitteln in der EU.
F
Fachkreis
Zum Fachkreis gehören Personen, die beruflich mit Arzneimitteln zu tun haben (Ärzte, Apotheker, Hebammen). Laut Heilmittelwerbegesetz (HWG) darf nur gegenüber diesem Kreis für verschreibungspflichtige Medikamente geworben werden.
FSA-Kodex (Freiwillige Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie)
Der FSA-Kodex ist eine Selbstverpflichtung von Pharmaunternehmen zur ethischen Zusammenarbeit mit medizinischen Fachkreisen. Er regelt unter anderem die Transparenz bei Zuwendungen und Fortbildungsveranstaltungen.
G
Generikum
Ein Generikum ist eine wirkstoffgleiche Kopie eines bereits unter einem Markennamen zugelassenen Arzneimittels, dessen Patentschutz abgelaufen ist. Generika sind meist deutlich günstiger als die Originalpräparate.
G-BA (Gemeinsamer Bundesausschuss)
Der G-BA ist das höchste Gremium der Selbstverwaltung im deutschen Gesundheitswesen. Er entscheidet darüber, welche Leistungen (und Medikamente) von den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) bezahlt werden.
GMP (Good Manufacturing Practice)
Die „Gute Herstellungspraxis“ (GMP) umfasst Richtlinien zur Qualitätssicherung der Produktionsabläufe in der Pharmaindustrie. GMP-Kenntnisse sind oft Voraussetzung für Positionen in der Produktion und Qualitätssicherung, werden aber auch im Außendienst als Hintergrundwissen geschätzt.
Gebietsleiter / Gebietsverkaufsleiter (Pharma)
Der Gebietsleiter verantwortet die operativen Vertriebsziele in einer bestimmten geografischen Region. Er steuert die Aktivitäten des Außendienstes vor Ort und ist oft die erste Führungsebene über dem Pharmareferenten. In vielen Strukturen wird dieser Begriff synonym zum Regionalleiter verwendet. Im Apotheken-Außendienst ist ein Gebietsleiter im Gegensatz ein Außendienstmitarbeiter, der Apotheken in einem klar begrenzten Außendienstgebiet besucht.
H
HWG (Heilmittelwerbegesetz)
Das HWG regelt die Werbung für Arzneimittel und Medizinprodukte. Es unterscheidet strikt zwischen der Werbung gegenüber Fachkreisen und der Werbung gegenüber Laien, um Fehlbehandlungen zu vermeiden.
Hybrid-Außendienst
Der Hybrid-Außendienst kombiniert den klassischen Vor-Ort-Besuch beim Arzt mit digitalen Kommunikationskanälen (Webinare, Video-Gespräche). Dieses Modell erhöht die Flexibilität und Reichweite des Pharmaberaters.
HV-Display (Handverkauf)
Das HV-Display ist ein wichtiges Marketinginstrument am Point of Sale (POS) in der Apotheke. Es handelt sich um Aufsteller oder Präsentationshilfen, die direkt auf dem Verkaufstresen (dem Handverkaufstisch) platziert werden, um die Sichtbarkeit von OTC-Präparaten zu erhöhen.
- Praxis-Relevanz: Die Platzierung eines HV-Displays ist eine der größten Herausforderungen im Apothekenaußendienst, da der Platz auf dem Tresen extrem begrenzt und heiß begehrt ist. Bewerber, die nachweisen können, dass sie durch starke Argumentation und partnerschaftliches Beziehungsmanagement exklusive Platzierungen sichern können, haben im Recruiting-Prozess einen klaren Wettbewerbsvorteil.
I
Indikation
Die Indikation beschreibt den medizinischen Grund für den Einsatz eines Medikaments (z. B. „Bluthochdruck“). Ein Arzneimittel darf nur für die Indikationen beworben werden, für die es offiziell zugelassen ist (Zulassungsstatus). Informationen über die wichtigsten Indikationen und Fachbereiche finden Sie im Menüunterpunkt: "Fachbereiche."
IHK Pharmareferent / Pharmareferent IHK
„Geprüfter Pharmareferent (IHK)“ ist eine geschützte Berufsbezeichnung, die durch eine Weiterbildung und eine anschließende Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer erworben wird. Sie gilt als anerkannter Nachweis der Sachkenntnis nach § 75 AMG, um Fachkreise fachgerecht über Arzneimittel informieren zu dürfen.
K
KOL (Key Opinion Leader)
Meinungsbildner oder KOLs sind renommierte Experten (z. B. Chefärzte), die durch Vorträge und Publikationen die medizinische Meinung prägen. Das KOL-Management ist eine spezialisierte Aufgabe im Außendienst und Medical Bereich. KOL werden häufig von Key-Account-Managern oder auch direkt von den Regionalleitern im Pharmaaußendienst betreut.
Key Account Manager Pharma (KAM)
Der Key Account Manager betreut die wichtigsten Kunden eines Pharmaunternehmens, wie Klinikverbünde, Einkaufsgemeinschaften oder spezialisierte Zentren. Im Gegensatz zum klassischen Außendienst liegt der Fokus hier auf langfristigen strategischen Partnerschaften und komplexen Vertragsverhandlungen.
M
Market Access
Market Access bezeichnet den Prozess, ein neues Medikament in das Gesundheitssystem einzuführen und die Erstattung durch die Krankenkassen sicherzustellen. Dies ist eine Schlüsseldisziplin für den wirtschaftlichen Erfolg eines neuen Produkts.
Multi-Channel-Marketing (MCM)
MCM koordiniert die Ansprache der Zielgruppe über verschiedene Kanäle: Außendienst, E-Mail-Marketing, Fachzeitschriften und Webportale. Ziel ist eine konsistente Markenbotschaft.
Medical Science Liaison (MSL)
Der MSL Manager ist die wissenschaftliche Schnittstelle zwischen Pharmaunternehmen und medizinischen Experten (KOLs). Im Gegensatz zum klassischen Außendienst liegt der Fokus hier rein auf dem wissenschaftlichen Austausch und nicht auf dem direkten Verkauf. Mehr zu den Aufgaben und den Verdienstmöglichkeiten von MSL finden Sie im Überblicksartikel.
Info: Häufig wird der MSL auch als Liaison Manager bezeichnet. Der Liaison Manager bildet genau wie der MSL die wissenschaftliche Brücke zwischen der klinischen Forschung des Pharmaunternehmens und den behandelnden Ärzten. Der Fokus liegt nicht auf dem Verkauf, sondern auf dem Austausch neuester medizinischer Erkenntnisse und der Begleitung klinischer Studien.
O
Orphan Drugs
Orphan Drugs sind Arzneimittel zur Behandlung seltener Krankheiten (Seltene Erden der Medizin). Da die Entwicklungskosten hoch und die Patientenzahlen niedrig sind, erhalten Hersteller dieser Medikamente besondere Marktexklusivität und Zulassungserleichterungen. Sie fallen in den Indikationsbereich Rare Diseases oder Orphan Diseases.
OTC (Over-the-Counter)
OTC-Präparate sind apothekenpflichtige, aber nicht verschreibungspflichtige Medikamente. Hier ist die Werbung direkt gegenüber dem Endverbraucher (Laienwerbung) unter bestimmten Bedingungen erlaubt. OTC-Präparate werden häufig von Mitarbeitern im Apothekenaußendienst an Apotheken verkauft.
P / Q
Pharmaberater (§ 75 AMG)
Der Pharmaberater ist eine gesetzlich geschützte Funktion. Um als Pharmaberater tätig zu sein, muss eine entsprechende Sachkenntnis (z. B. Studium der Biologie/Chemie oder Ausbildung zum geprüften Pharmareferenten) nachgewiesen werden.
Pharmakovigilanz
Der Bereich Pharmakovigilanz befasst sich mit der Überwachung der Sicherheit von Arzneimitteln nach der Zulassung. Pharmareferenten sind verpflichtet, Nebenwirkungen, die ihnen im Gespräch mit Ärzten gemeldet werden, sofort an die Pharmakovigilanz-Abteilung zu melden.
Personalberatung Pharma / Headhunter
Eine spezialisierte Personalberatung für die Pharmaindustrie unterstützt Unternehmen dabei, hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte (z. B. Pharmareferenten, Regionalleiter oder MSLs) zu finden. Für Bewerber bietet ein Headhunter Zugang zum „verdeckten Stellenmarkt.“ Alle Informationen zum Angebot für Pharmaunternehmen und Mitarbeiter in der Pharmaindustrie finden Sie auf dieser Seite.
Pharmabranche
Die Pharmabranche umfasst alle Unternehmen, die sich mit der Erforschung, Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Arzneimitteln beschäftigen. Sie gilt als einer der innovativsten und krisensichersten Wirtschaftszweige in Deutschland.
Quereinstieg Pharmareferent
Der Quereinstieg in die Pharmabranche ist für Naturwissenschaftler oder Bewerber mit medizinischem Hintergrund besonders attraktiv. Durch spezifische Weiterbildungen oder die IHK-Prüfung zum geprüften Pharmareferenten können auch Branchenfremde erfolgreich im Außendienst Fuß fassen.
R
Rx-Arzneimittel
Rx ist das Kürzel für verschreibungspflichtige Medikamente (Rezeptpflicht). Diese dürfen nur nach ärztlicher Verordnung in Apotheken abgegeben werden. Die Bewerbung dieser Produkte ist ausschließlich gegenüber Fachkreisen erlaubt.
Regionalleiter (Pharma)
Der Regionalleiter trägt die disziplinarische und strategische Verantwortung für ein Team von Pharmareferenten in einem definierten Gebiet. Er ist für die Umsetzung der Vertriebsstrategie und das Erreichen der regionalen Zielvorgaben verantwortlich. Suchen Sie eine neue Herausforderung? Hier geht es zu den aktuellen Regionalleiter Pharma Jobs.
S
Sample Management (Musterabgabe)
Die Abgabe von Arzneimittelmustern an Ärzte ist im AMG streng geregelt. Pharmareferenten müssen die Abgabe genau dokumentieren und dürfen Muster nur auf schriftliche Anforderung und in begrenzter Stückzahl aushändigen.
Sell-in & Sell-out
Diese beiden Begriffe beschreiben den Warenfluss in der Apothekenwelt und sind die wichtigsten Kennzahlen für den Außendiensterfolg.
- Sell-in: Bezeichnet den Verkauf des Produkts vom Pharmaunternehmen (oder Großhandel) an die Apotheke. Hier geht es primär um die Bevorratung und die Verhandlung von Konditionen oder Displays.
- Sell-out: Bezeichnet den tatsächlichen Abverkauf des Produkts von der Apotheke an den Patienten/Endkunden.
- Der Experten-Tipp: Ein moderner Apothekenreferent oder Bezirksleiter im Außendienst konzentriert sich heute nicht mehr nur auf den Sell-in. Top-Arbeitgeber suchen Kandidaten, die durch Schulungen des Apothekenpersonals und POS-Maßnahmen aktiv den Sell-out fördern – denn nur wenn das Regal leer wird, folgt die nächste Bestellung.
T
Targeting
Targeting ist die Selektion der wichtigsten Kunden (Ärzte/Apotheken) basierend auf deren Potenzial und Verschreibungsverhalten. Ziel ist es, die Außendienstressourcen dort einzusetzen, wo sie den größten Effekt erzielen. Das Targeting wird in der Abteilung Sales Force Effectivness erstellt und vom Außendienstmitarbeiter verfeinert.
Territory Management
Das Gebietsmanagement (Territory Management) umfasst die Planung und Optimierung des eigenen Verkaufsgebiets. Dazu gehören Tourenplanung, Wettbewerbsanalyse und die Erreichung von Verkaufszielen. Wie der Pharmaaußendienst grundsätzlich funktioniert, zeigt Ihnen ein Überblicksartikel auf dieser Seite.
U
Umschulung zum Pharmareferenten / Ausbildung
Die Umschulung richtet sich häufig an Naturwissenschaftler (Biologen, Chemiker) oder medizinisches Fachpersonal (MTAs, PTAs, Krankenschwestern), die in den Außendienst wechseln möchten. Ziel ist das Bestehen der IHK-Prüfung, um die gesetzliche Zulassung für die Beratung von Ärzten zu erhalten.
Z
Zulassung (Marketing Authorization)
Bevor ein Medikament verkauft werden darf, benötigt es eine Zulassung durch Behörden wie das BfArM oder die EMA. In der Zulassungsveröffentlichung sind alle Details zu Dosierung, Nebenwirkungen und Anwendungsgebieten festgelegt.
Häufig gesuchte Themen & Ressourcen
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- Ihre Chance: Infos zum Quereinstieg als Pharmareferent und zur IHK-Prüfung.
- Recruiting-Power: Professionelle Personalberatung für die Pharmaindustrie und Unterstützung durch erfahrene Headhunter und Personalberater wie Torsten Niermann.
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