Die Tür zur Gesundheitsbranche ist nicht verschlossen – Alternativen für Quereinsteiger im Medizinprodukte- und OTC-Markt.
Der Satz steht in fast jeder Stellenanzeige für den Außendienst: "Voraussetzung: Status als Pharmaberater nach § 75 AMG". Für viele Quereinsteiger endet hier die Suche.
Doch das ist ein Fehler. Es gibt einen riesigen "Schattenmarkt" an Vertriebspositionen im Gesundheitswesen, für die Sie diese Prüfung (noch) nicht brauchen.
Wenn Sie Pharmaberater Stellenangebote scannen, sollten Sie Ihren Suchradius erweitern.
Der Unterschied: Arzneimittel vs. Medizinprodukte
Das Arzneimittelgesetz (AMG) ist streng. Wer verschreibungspflichtige Medikamente bespricht, braucht den Schein. Punkt. Aber: Für Medizinprodukte (vom High-Tech-Implantat bis zum Verbandsmaterial oder der Insulinspritze) gilt das Medizinproduktegesetz (MPG). Hier ist der § 75 AMG oft nicht zwingend erforderlich. Medizinprodukteberater Jobs sind der ideale Einstieg. Hier zählen technisches Verständnis und Verkaufstalent oft mehr als die biochemische Formel.
Der OTC-Markt und Apotheken-Außendienst
Nicht verschreibungspflichtige Medikamente (OTC) oder Nahrungsergänzungsmittel unterliegen oft weniger strengen Beratungsauflagen im Vertrieb, oder die Unternehmen sind bereit, Sie "on the job" auszubilden. Im Apotheken-Außendienst geht es oft stärker um kaufmännische Aspekte (Rabatte, Platzierung im Regal) als um tiefe Pharmakologie.
Digital Health & DiGA
Ein stark wachsender Markt sind "Digitale Gesundheitsanwendungen" (DiGA). Hier verkaufen Sie Ärzten keine Pille, sondern eine App auf Rezept. Da dies ein völlig neues Feld ist, suchen Unternehmen hier oft "Digital Natives" und Vertriebstalente aus anderen Branchen, statt klassischer Pharmareferenten.